Lengenfeld 2002
Lengenfeld 2002
Weihnachtsfeier 2002
Bericht des Kaukasen-Kurier (Ausgabe 4/2002)
Liebe Kaukasenfreunde,
wieder geht ein Jahr zu Ende und wie es schon Tradition ist, wurde auch in diesem Jahr von unserem Club zu einer zünftigen Weihnachtsfeier eingeladen.
In diesem Jahr fand sie am 7.Dezember in Thüringen statt und stand ganz unter dem Motto "ja so warn's, die alten Rittersleut".
Wir trafen uns um 1100 Uhr in Lengenfeld unterm Stein in der Hagemühle, wo auch unsere Übernachtungen eingeplant waren. Wer wollte, konnte dort gleich ein Mittagessen zu sich nehmen.
Um 1230 Uhr ging es dann so richtig los. Da zu den alten Rittern natürlich auch Pferde gehören, wurde erst einmal eine ordentliche Kremserfahrt durchgeführt. Die Rösser zogen unser Wägelchen durch Wald und Flur, und Spaziergänger, die uns entgegen kamen, staunten sicher nicht schlecht über unseren Mut, bei dieser arktischen Kälte eine solche Fahrt zu wagen. Aber wie schon richtig bemerkt: "Im Sommer kann ja jeder fahren, aber im Winter...", ein einmaliges Erlebnis.
Der eisige Wind, der ab und zu durch unseren Wagen fegte, fand nicht viele Lücken, denn dafür saßen wir zu dicht gedrängt und konnten uns so gegenseitig wärmen.
Mit viel Humor, flotten Sprüchen und ab und zu mal einem Hochprozentigen trotzten wir der Kälte. Selbst unser Clubmaskottchen Babsi hörte erst auf zu zittern, nachdem sie sich ihren Platz auf Frauchens Schoß gesichert hatte und mit unter unseren Decken Platz fand.
Nach der Hälfte des Weges wurde Rast eingelegt. Nun ließen wir uns den mitgebrachten Proviant schmecken. Leider hatte der Glühwein bereits aufgehört zu glühen, aber dafür war der Kaffee um so heißer, so dass wir uns an ihm unsere steifgefrorenen Finger erwärmen konnten.
Die selbstgebackenen Plätzchen, Waffeln und Stollen schmeckten allen.
Einigen von uns muß wohl aufgefallen sein, dass sich die Pferde beim Laufen so erwärmt hatten, dass sie anfingen zu dampfen. Das wollten einige von unseren Rittern unbedingt auch versuchen, und so liefen sie auf dem Rückweg hinter dem Wagen her.
Warm ist ihnen dabei bestimmt geworden, bloß zum Dampfen haben sie es nicht gebracht.
Vom Pferdehof fuhren wir wieder ins Hotel zurück, wo wir uns etwas aufwärmen konnten.
Am Abend ging dann unser Ritterleben weiter und wir fanden uns alle im Kellergewölbe des Rasthofes "Eigenrieden" zu einem handfesten Ritterschmaus ein.
Nachdem alle ihre Rüstung angelegt hatten, dann der erste Schreck: Dietmars Pfeife, die war weg. Große Aufregung. Ohne Pfeife kein Anfang. Alle halfen suchen und siehe da, das Pfeifchen fand sich wieder ein.
Nach einem guten Schluck Met tauten dann auch endlich die Stimmbänder unseres Vorsitzenden wieder auf und er konnte nun endlich seine Ansprache halten und alle Mitglieder sowie unsere Gäste begrüßen.
Dann wurde aufgetischt. Eine kräftige heiße Suppe, in großen Steintöpfen serviert, sorgte dafür, dass auch diejenigen, welche bis jetzt noch gefröstelt hatten, endlich wieder warm wurden.
Dazu wurde Brot und Schmalz gereicht.
Während sich unsere Ritterschar dies schmecken ließ, wurde eine weitere Tafel mit knusprigem Braten und leckeren Beilagen gedeckt.
Jetzt kam der zweite Schreck: Wie isst man wohl kleingeschnetzelten Krautsalat oder Speckbohnen ohne Löffel und ohne Gabel? Das gab viel zu lachen. Aber es half alles nichts, wer nicht hungrig vom Tisch aufstehen wollte, musste sich wohl oder übel des ältesten Werkzeuges bedienen, unserer eigenen Finger.
Und wie das allen geschmeckt hat. Satt und zufrieden ließen wir diesen Tag ausklingen.
Wir bedanken uns nochmals bei der Familie Richardt für die Organisation dieser Feier.
Das war ein gelungener Abschluß für das Jahr 2002.
Vielleicht können sich ja noch mehr Mitglieder unseres Clubs beim Lesen dieser Zeilen entschließen, auch einmal an unseren zukünftigen Veranstaltungen teilzunehmen.
Text: Gabriele Wedermann,
Bild: Jens Kleta
Bilder
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